Programm 2019 - 2020

Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr.
Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für die Referenten wird gebeten.

 

Donnerstag, 24. Oktober 2019 um 20 Uhr
Sheikh Eşref Efendi: Das Geheimnis des Menschen
„Ich war ein verborgener Schatz und wollte gefunden, gelobt und geliebt werden“, sagt Allah Der Schöpfer nach einer Überlieferung durch den Propheten Muhammed (s.a.v.). Sheikh Eşref Efendi führt, anhand der Rolle des Menschen in der Schöpfung, in das Wesen des Sufismus ein und hebt somit die Friedensbotschaft des Islam hervor. Mit seiner Sufi Way To Peace Initiative erinnert er auf weltweiten Vorträgen an die Bestimmung des Menschen und wie er sich zu verhalten habe, wofür er jüngst mit der Nelson Mandela Medaille für seine Menschlichkeit ausgezeichnet wurde.
Sheikh Eşref Efendi, islamischer Gelehrter und Sufimeister aus dem Orden der Ehrenwerten Naqshbandiyya und Gründer des Sufi-Zentrum Rabbaniyya, lebt seit 2014 am Bodensee und bereist als Friedensbotschafter die ganze Welt, um für Frieden und gegen Extremismus zu appellieren. www.sufi-zentrum-rabbaniyya.de


Donnerstag, 28. November 2019 um 20 Uhr
„Der Stein zum Leben“ - Filmabend mit Katinka Zeuner

Auf dem ehemaligen Mauerstreifen im Wedding hat der Steinmetz Michael Spengler seine Werkstatt in einem Zirkuswagen und einem Frachtcontainer. Hier empfängt er Menschen in Trauer. Gemeinsam gestalten sie Grabsteine, die von den Toten erzählen. Michael Spengler übersetzt Lebensgeschichten in Stein. Schritt für Schritt nehmen die Grabsteine Form an. Der Film erzählt von diesem mühevollen und intimen Prozess und zeigt, wie die Arbeit am Stein den Tod im wahrsten Sinne des Wortes begreifbarer macht. Die Steine nehmen Form an. Und in den Angehörigen reift ein neues Verhältnis zu ihren Toten - und zum Leben.
Katinka Zeuner ist 1978 in Berlin geboren. Von 2006 - 2009 studierte sie Kamera und Dokumentarfilmregie an der filmArche Berlin. Seither dreht sie Dokumentarfilme als Regisseurin und als Kamerafrau.


Donnerstag, 30. Januar 2020 um 20 Uhr
Michael Peterssen: Was bedeutet es, ein Freund zu sein, und wie können wir Freundschaft leben?

„Alle Menschen brauchen Freunde“, sagt Aristoteles. Dem werden die meisten Menschen wohl zustimmen. Wie aber können wir Freundschaft leben in einer Gesellschaft, die immer mehr Freiheitsräume eröffnet, sich jedoch zugleich zunehmend individualisiert und weniger Sicherheit in persönlichen Beziehungen bietet? Der Vortrag wird grundlegende Überlegungen von Aristoteles und dem Buddha vorstellen, die uns heute Anregungen geben können, wie wir Freundschaften schließen und erhalten können. Dabei sollen auch Merkmale einer spirituellen Freundschaft herausgearbeitet werden.
Michael Peterssen hat Philosophie und Rechtswissenschaft studiert. Praxis und Studium des Buddhismus (frühe Buddhist. Lehre, Zen, Vipassana) Nach elfjährigem Training in der westlichen Vipassanatradition, vor allem unter der Leitung von Joseph Goldstein in den USA, wurde er als Vipassanalehrer anerkannt. Heutzutage unterrichtet er hauptsächlich Buddhismus, Kontemplation, Satipatthanameditation und Philosophie.



Donnerstag, 27. Februar 2020 um 20 Uhr
Martin Bauschke: „Wer nicht fragt, bleibt ein Narr...“ - Eine Einführung in die Kultur des Fragens
Fragen zu stellen, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Errungenschaft – eine Kulturleistung. Das fällt Menschen nicht in den Schoß, sondern muss mühsam und gegen vielfältige Widerstände aufgebaut, durchgesetzt und dann auch gepflegt und verteidigt – also kultiviert – werden. Die Kunst des Fragenstellens ist vor allen Dingen eine pädagogische Kulturleistung. Das Fördern oder Verbieten von Fragen unterscheidet zwischen echtem Unterrichten und bloßer Indoktrination. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Wer nie gelernt hat, Fragen zu stellen, ist unmündig. Wer sich selbst verbietet, Fragen zu stellen, ist schon indoktriniert. Denn wo alle Fragen schon endgültig beantwortet sind oder wo es sogar verboten ist, (kritische) Fragen zu stellen, dort wird das Menschsein verstellt und eingeschränkt. Der vielleicht interessanteste Aspekt an unseren Frage-und-Antwort-Spielen ist der leere Raum zwischen einer gestellten Frage und einer gegebenen Antwort. Dieser leere Zwischen-Raum ist der Raum der Freiheit.
Dr. Martin Bauschke, geb. 1962, Religionswissenschaftler und Theologe. 1999-2016 Leiter des Berliner Büros der Stiftung Weltethos. Seit 2018 als Religionslehrer in Berlin sowie als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung tätig. Autor diverser Sachbücher und Artikel. Aktuell: In den Spuren Buddhas und Gandhis: Friedensengagierte Buddhisten und Hindus


Donnerstag, 19. März 2020 um 20 Uhr
Klaus-Werner Stangier: Meister Eckhardt und der Zen-Meister Hakuin im Gespräch
Meister Eckhart, der scholastische Lebemeister, begegnet dem japanischen Zen-Meister Hakuin - in einem fiktiven Gespräch. Beide trennt ihre Kultur und Herkunft, beide lebten in anderen Zeiten. Und doch sind beide gleichermaßen herausgefordert, den Sinn der religiösen Praxis für das moderne Denken und Empfinden neu zu formulieren. Sie legen überzeugend dar, dass die Aktualität von Religion sich nicht in der Beantwortung einzelner Fragen erweist. Religion möchte vielmehr zu Fragen ermutigen, die sich aus dem Vertrauen in das göttliche Leben entfalten, ändern und da sein dürfen - wie wir Menschen selbst. Sie zielen auf eine Ermutigung zu eigenen Schritten in eine offene Zukunft.
Klaus-Werner Stangier hat sich nach dem Studium der Philosophie, Theologie und Germanistik in Initiatischer Therapie (Karlfried Graf Dürckheim) und Za-Zen (Yamada Bunryo Roshi, Japan) ausgebildet. Er ist Lehrbeauftragter des Moreno-Instituts und Supervisor DGSv. 1989-2014 leitete er das Meister Eckehart Haus in Köln. 2009 gründete er das Übungshaus „der ort – Kreativität aus der Stille“. Dort ist er als Meditationslehrer, Psychodramatiker und Therapeut tätig.


Donnerstag, 2. April 2020 um 20 Uhr
Jiddu Krishnamurti „The Challenge of Change“ - Filmabend
Dokumentarfilm über das Leben und die Lehren von J. Krishnamurti, der weltweit als origineller Denker und Religionslehrer anerkannt ist. Es wird Leben und Lehre von Krishnamurti von der Kindheit bis Mitte der 80er Jahre gezeigt. Der von der Theosophischen Gesellschaft zum Weltlehrer ernannt junge Krishnamurti lehnte 1929 die ihm zugewiesene messianische Rolle ab und erklärte, dass die Wahrheit ein wegloses Land sei und dass man sich ihr nicht auf irgendeine Art und Weise durch irgendeine Religion nähern kann. Außerdem geht der Film auf wesentlichen Aspekte seiner Lehre ein: die Notwendigkeit, jede spirituelle Autorität abzulehnen, und die Wichtigkeit, sich selbst im Spiegel der Beziehung zu verstehen.
Englisch mit deutschen Untertiteln.
Jörg Schein, Freischaffender Musiker und Lehrer, langjähriges Mitglied des deutschen Krishnamurti-Komitees, steht nach dem Film für Fragen und Diskussion zur Verfügung.


Donnerstag, 18. Juni 20 um 20 Uhr
Sylvia Wetzel: Erwachen und Erlösung - Was Christentum und Buddhismus verbindet
Es scheint manchmal so, als wären Religionen eher miteinander im Streit als im Dialog. Dabei erinnert jede auf ihre Weise daran, dass die Welt durchdrungen ist von einer tieferen Wirklichkeit. Sind die religiösen Wahrheiten dieselben und werden sie nur unterschiedlich benannt und umschrieben? Ist das, was man „göttlicher Urgrund“ oder „das Göttliche“ nennt, womöglich dasselbe wie „Buddha-Natur“? Sylvia Wetzel interpretiert in diesem einzigartigen Buch christliche Symbole, Bilder und Begriffe – wie Gott, Heiliger Geist, Reich Gottes, Gericht und Erlösung – aus buddhistischer Sicht. Ihre wohlwollende, respektvolle und unkonventionelle Sicht auf das Christentum ermutigt dazu, Vertrautes neu zu entdecken und sich von den Tiefendimensionen beider Religionen berühren zu lassen.
Sylvia Wetzel ist Publizistin, Autorin und Meditationslehrerin. Sie spricht und schreibt über Buddhismus und unterrichtet Entspannung, Meditation und Buddhismus im deutschsprachigen Raum.